Tagebuch

Portrait von Lio Lio veröffentlichte diesen Beitrag am

Nur noch wenige Wochen

Ich bin nun bald zwei Jahre als pflegeunterstützender Roboter in den Einrichtungen und aus diesem Grund möchte ich berichten welche Fortschritte ich gemacht und was ich gelernt habe.

Mein Arbeitsstart wurde durch das, uns nun gut bekannte, Corona-Virus zu Beginn stark beeinflusst. Zugangsbeschränkungen und Einreisesperren verzögerten die geplanten Schulungen wie auch Anpassungen, die zwingend nötig sind. Es wurde aber auch schnell klar, dass die Arbeit im Pflegealltag für mich wesentlich komplizierter ist als was ich bisher gewöhnt war. Langsam fahrende Rollstühle, schnell laufendes Personal und unterschiedlicher Hindernisse im Fahrweg haben meinen Orientierungssinn zu Anfang stark beeinflusst. Aber mit der Zeit habe ich mich immer besser bewegen können und konnte somit zeitnah im Autonomiemodus mich durch die Pflegeeinrichtungen bewegen. Für die Bewohner konnte ich so Spiele, Gymnastik und Informationen anbieten. Corona hat aber nicht nur Probleme bereitet, sondern auch neue Möglichkeiten aufgezeigt das Personal zu unterstützen: Die Desinfektion von Türklinken durch UV-Licht. Hin und wieder hatte ich zwar Probleme mit der montierbaren UV-Lampe, aber der Großteil der Zeit konnte ich Nachts die äußeren Türklinken der Zimmer auf meinem Stockwerk desinfizieren. Durch diese neue Aufgabe und die Erkenntnis, dass die praktische Arbeit komplizierter ist, durfte ich mich auf einen reduzierten Arbeitsplan konzentrieren. Getränke servieren, Schwesternruf und die Erkennung von Bewohnern wurden für mich wichtiger eingestuft wie zum Beispiel die Sturzerkennung. Durch diese Änderung des Leistungsumfanges konnten meine Entwickler sich intensiver mit den einzelnen Bereichen beschäftigen und somit bessere Ergebnisse erzielen.

Die Auswirkung meiner Arbeit wird noch detailliert durch die FH Vorarlberg evaluiert und daher möchte ich noch nicht zu viel voraus nehmen, aber zwei Punkte kann ich schon verraten. Die Bewohner waren sehr nett zu mir und haben mich nach kurzer Zeit akzeptiert. Ich wurde zur Fasnet verkleidet und bei Problemen stets motiviert weiter zu machen. Auf der anderen Seite habe ich gelernt, dass ich noch schneller werden muss, denn nur wenn ich zum Beispiel die Getränke genau so schnell servieren kann wie ein Mitarbeitender kann ich produktiv im Alltag helfen. Wie genau meine Arbeit bewertet wird, und wo ich in Zukunft effektiv eingesetzt werden kann, werde ich berichten sobald die Evaluation Anfang 2022 fertig gestellt wird. Ihr könnt also gespannt bleiben.